Persönliche Geschichten

«Ich kann mir noch gar nicht vorstellen, dass einmal alles weg sein soll.»

Nach einem Sturz auf den Kopf im Jahr 2019 leidet Corina P. ständig unter starken Kopfschmerzen. Lange weiss niemand, warum.

Corina bemerkt zunächst kleine Veränderungen. Sie ist zunehmend von einfachen Aufgaben überfordert. Sie geht nur noch zu Randzeiten einkaufen, wenn möglichst wenig Menschen unterwegs sind. Sie besucht immer dieselben Läden, beginnt vieles neu zu organisieren. Auch bei der Arbeit meidet sie mehr und mehr, was sie überfordert. Ihre Leistungsfähigkeit nimmt spürbar ab – es folgt die Kündigung durch ihren Arbeitgeber.

Erst drei Jahre später, nachdem die Kopfschmerzen nachlassen, kommt die Demenzdiagnose. Für Corina markiert die Diagnose einen Wendepunkt in ihrem Leben: Diese hilft ihr, die wachsende Überforderung besser einzuordnen und zu verstehen. Sie beginnt aktiv nach Wegen zu suchen, ihren Alltag möglichst selbstständig zu gestalten. Täglich fordert sie sich mit Denk- und Rechenspielen heraus. Besonders das Rechnen fällt ihr anfangs schwer, doch sie kann vieles wieder aufholen.

«Ich habe eine schwere Krankheit», erzählt Corina, «und sie ist im Moment nicht heilbar. Aber ich habe trotzdem ein Leben vor mir.» In der Rehaklinik in Valens (SG) erlebt sie nämlich, wie Menschen innerhalb weniger Wochen merkbare Fortschritte machen können. «Das hat mich fasziniert. Ich dachte, das kann ich mit meiner Krankheit auch – einfach probieren, solange es geht.» 

Noch kann sie sagen, wenn etwas nicht stimmt. Aber irgendwann wird das vielleicht nicht mehr möglich sein. «Ich kann mir noch gar nicht vorstellen, dass einmal alles weg sein soll.»

Trotz allem sagt Corina: «Ich habe die Herausforderung angenommen. Ich lebe damit – und ich habe ein schönes Leben.» Entscheidend seien die Akzeptanz und ihr Wille, dran zu bleiben. Sie hat liebe Menschen um sich, hat neue Bekanntschaften mit Betroffenen und Angehörigen gemacht. Aber wie es bei ihr weitergeht, weiss sie nicht. Klar ist nur: Es ist Demenz. «Mir ist einfach wichtig zu sagen: Ich schaffe das noch lange. Ich glaube, das hilft mir.»

«Die Gesellschaft muss wissen, wie es ist», sagt sie. «Die Leute sehen nur diese Schreckensbilder. Dann bist du nicht mehr die Freundin oder die Partnerin, sondern nur noch Patientin. Und das tut weh.» 

Deshalb erzählt sie ihre Geschichte. Und deshalb erzählen auch wir sie. Damit Menschen wie Corina möglichst lange selbstständig leben können, braucht es Forschung, Beratung und Aufklärung. Mit Ihrer Spende helfen Sie, neue Erkenntnisse aus der Hirnforschung zu den Betroffenen zu bringen. So können konkrete Projekte zur Früherkennung von Hirnkrankheiten finanziert werden. 

Ihre Unterstützung ist der Schlüssel zu neuen Erkenntnissen, die Betroffenen wie Corina ein selbstständiges Leben ermöglichen.

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