Forschungspreis Medienmitteilung

Forschungspreis 2026: Schizophrenie ist nicht gleich Schizophrenie

Die Gewinner des Hirnliga-Forschungspreises 2026 stehen fest: Philipp Homan und Wolfgang Omlor von der Universität Zürich werden für ihre Arbeit im Bereich der Schizophrenie ausgezeichnet.

Bern, 19. März 2026

Der mit 40'000 Franken dotierte Forschungspreis 2026 der Schweizerischen Hirnliga ging an Philipp Homan und Wolfgang Omlor. Die beiden Forscher durften die Auszeichnung im Rahmen der Woche des Gehirns in Zürich entgegennehmen.

Im Fokus der Arbeit von Homan und Omlor steht die Schizophrenie. Dabei handelt es sich um eine schwere psychische Erkrankung, zu deren auffälligsten Symptomen Halluzinationen, Wahnvorstellungen sowie Wahrnehmungs- und Denkstörungen gehören.

Bis zu 90'000 Betroffene

In der Schweiz sind Schätzungen zufolge rund 0,5 bis 1 Prozent der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens von einer Schizophrenie betroffen – das entspricht etwa 40'000 bis 90'000 Menschen. Nicht nur die Betroffenen selbst leiden darunter, sondern auch ihre Angehörigen. Umso wichtiger ist es, die Krankheit genauer zu erforschen.

Eine Herausforderung ist dabei die Vielschichtigkeit der Schizophrenie. Zwei Menschen mit derselben Diagnose können unterschiedliche Symptome aufweisen. Betroffene leiden beispielsweise unter abrupt springenden Gedanken, hören Stimmen oder ziehen sich aus dem Sozialleben zurück. Spannend ist die Frage, ob sich diese Unterschiede auch auf der Ebene der Hirnstruktur zeigen.

Individuelle Behandlung statt Durchschnittswerte

Die Ergebnisse von Homan und Omlor zeigen: Die Hirnstruktur in bestimmten Netzwerken variiert von Patient zu Patient tatsächlich stark. Die Studie unterstreicht, dass es sinnvoll ist, in der Hirnforschung nicht nur Durchschnittswerte zu betrachten. Wenn man verstehen will, weshalb Schizophrenien in so unterschiedlichen Formen auftreten können, muss man auch messen, wie stark sich Betroffene neurobiologisch voneinander unterscheiden. So können sie auch individueller behandelt werden. Die Ergebnisse von Homan und Omlor bieten hierfür eine Grundlage, die auf sehr grossen Datenmengen beruht.

Die richtige Balance zwischen allgemeinen und individuellen Merkmalen zu finden, ist in der Hirnforschung eine Herausforderung. Die Hirnliga freut sich deshalb, die Arbeit von Philipp Homan und Wolfgang Omlor mit dem Forschungspreis unterstützen zu können und den Betroffenen sowie deren Angehörigen Hoffnung zu schenken.

Kontakt für Medien

Marco Tackenberg, Geschäftsführer Schweizerische Hirnliga

info(at)hirnliga.ch, Tel.: 031 310 20 91